Die Kunst, einen Garten ins richtige Licht zu setzen

Im Gespräch mit Florian Miederer von in-lite, Spezialist für Licht im Außenraum

Ein Garten verändert sich mit dem Licht. Was tagsüber durch Pflanzen, Materialien und Architektur geprägt wird, bekommt am Abend eine neue Tiefe. Wege treten zurück, einzelne Bäume werden zu Protagonisten, Naturstein zeigt eine andere Struktur und Wasser beginnt, Licht zu reflektieren. Gute Gartenbeleuchtung macht dabei nicht möglichst viel sichtbar. Sie entscheidet bewusst, was wir wahrnehmen – und was im Dunkeln bleiben darf.

Mit in-lite verbindet uns ein Partner, auf dessen Lichttechnik wir bei der Gestaltung unserer Gärten gerne setzen. Werner Frick im Gespräch mit Florian Miederer von in-lite darüber, was gutes Licht im Garten ausmacht, warum Dunkelheit ein wichtiger Teil der Gestaltung ist und weshalb Lichtplanung von Anfang an mitgedacht werden sollte. Und über diesen besonderen Moment am Abend, in dem Licht einen vertrauten Garten plötzlich anders wirken lässt.

Florian Miederer, in-lite

Florian, was macht für dich persönlich einen wirklich gut beleuchteten Garten aus – und wann wird aus Beleuchtung für dich Lichtgestaltung?

Florian Miederer: Für mich ist ein wirklich gut beleuchteter Garten einer, der am Abend eine ganz eigene Atmosphäre entwickelt. Ein Garten sollte nachts nicht einfach nur die beleuchtete Version des Tages sein. Licht gibt uns die Möglichkeit, ihn völlig neu wirken zu lassen.

Genau da beginnt für mich Lichtgestaltung: nicht bei der Frage „Wo brauche ich eine Leuchte?“, sondern bei der Frage „Was möchte ich mit dem Licht erreichen?“ Welche Pflanze möchte ich hervorheben? Welche Blickachse schaffen? Wo kann ich Tiefe erzeugen und welche Bereiche lasse ich ganz bewusst dunkel? Gerade das Zusammenspiel von Licht und Schatten macht einen Garten am Abend spannend.

Besonders wichtig ist mir dabei, dass man die Wirkung des Lichts wahrnimmt, aber möglichst wenig von der Technik dahinter. Im besten Fall sehe ich nicht zuerst die Leuchte, sondern das, was sie inszeniert. Wenn Licht den Blick führt, Tiefe schafft, Pflanzen und Materialien hervorhebt und dabei selbst in den Hintergrund tritt, wird aus Beleuchtung für mich Lichtgestaltung.

Licht verändert die Wahrnehmung eines Gartens – gezielt eingesetzt entstehen Tiefe, Atmosphäre und neue Blickachsen. Entdecken Sie das gesamte Projekt

»Das ist für mich die Magie des Lichts: Mit sehr wenig kann man unglaublich viel verändern – ohne den Garten selbst zu verändern. Nicht das Licht steht im Mittelpunkt, sondern der Garten. Das Licht lässt uns ihn nur noch einmal ganz neu erleben.«

Florian Miederer, in-lite

Gartenbeleuchtung lebt vom Zusammenspiel aus Licht und Schatten. Mehr über die Gestaltung und Lichtplanung dieses Gartens erfahren.
Zum Projekt

Bei Frick Winhöring sagen wir gerne: Ein gutes Lichtkonzept bringt nicht möglichst viel Helligkeit in den Garten, sondern Stimmung. Wie siehst du das – und welche Rolle spielen Dunkelheit und Zurückhaltung bei einer guten Lichtplanung?

Florian Miederer: Das sehe ich ganz genauso. Einer der häufigsten Fehler bei Gartenbeleuchtung ist aus meiner Sicht, dass man versucht, möglichst viel auszuleuchten. Ein Garten ist aber kein Parkplatz. Wir müssen nachts nicht jeden Quadratmeter hell machen.

Für mich lebt gute Gartenbeleuchtung gerade vom Wechsel zwischen Licht und Schatten. Dunkelheit ist deshalb genauso wichtig wie das Licht selbst. Erst dadurch entstehen Kontraste, Tiefe und Spannung. Ich beleuchte lieber einen einzelnen schönen Baum gezielt und lasse den Bereich daneben bewusst dunkler, als eine komplette Fläche gleichmäßig auszuleuchten. Das Auge wird dadurch automatisch geführt.

Das Schöne ist: Man braucht dafür oft erstaunlich wenig Licht. Entscheidend ist nicht die Menge, sondern woher das Licht kommt, worauf es trifft und was es mit seiner Umgebung macht. So wenig Licht wie möglich – aber so viel wie nötig. Das beschreibt für mich eine gute Gartenbeleuchtung ziemlich gut.

Porträt von Werner Frick. Der Hintergrund ist unscharf, alles ist grün gefärbt.

»Ein gutes Lichtkonzept bringt nicht möglichst viel Helligkeit in den Garten, sondern Stimmung. Licht soll den Garten am Abend nicht einfach ausleuchten, sondern seine Atmosphäre verändern, besondere Bereiche hervorheben und andere ganz bewusst im Dunkeln lassen.«

Werner Frick, Gartengestalter

Pflanzen, Naturstein, Holz, Wasser oder Architektur reagieren völlig unterschiedlich auf Licht. Worauf sollte man bei der Beleuchtung dieser verschiedenen Elemente besonders achten?

Genau das macht Lichtplanung für mich so spannend. Dasselbe Licht kann auf zwei Materialien vollkommen unterschiedlich wirken.

Bei Pflanzen geht es stark um Struktur. Ein alter Olivenbaum, ein mehrstämmiges Gehölz oder ein schönes Gras kann durch Licht unglaublich plastisch werden. Hier spielen Richtung und Position eine große Rolle. Beleuchte ich einen Baum von vorne, von unten oder vielleicht sogar von hinten? Jedes Mal entsteht ein anderes Bild.

Naturstein wiederum lebt stark von seiner Oberfläche. Bei einem strukturierten Stein kann Streiflicht die Oberfläche und ihre Schatten wunderschön hervorheben. Bei Holz sind Lichtfarbe und Wärme wichtig, weil ich den natürlichen Charakter des Materials unterstützen möchte.

Wasser ist noch einmal eine eigene Welt. Bewegung, Spiegelungen und Reflexionen können fantastische Effekte erzeugen. Und bei Architektur sollte Licht aus meiner Sicht die Linien und die Gestaltung des Gebäudes unterstützen und nicht versuchen, das ganze Haus möglichst hell zu machen.

Deshalb gibt es für mich auch keine Standardlösung nach dem Motto: Baum gleich Strahler, Weg gleich Wegeleuchte. Man muss sich immer anschauen, was man zeigen möchte und wie dieses Element auf Licht reagiert.

Licht lässt Pflanzen, Holz, Naturstein und Wasser unterschiedlich wirken – und gibt jedem Material am Abend eine neue Tiefe.
Entdecken Sie hier das gesamte Projekt

Worauf kommt es aus deiner Erfahrung bei einer wirklich guten Gartenbeleuchtung besonders an – und was würdest du Bauherren grundsätzlich empfehlen?

Florian Miederer: Mein wichtigster Rat wäre: Nicht mit den Leuchten anfangen, sondern mit dem Garten. Zuerst schaue ich mir an, was diesen Garten besonders macht. Wo sind die Blickachsen? Was sehe ich vom Wohnzimmer, aus der Küche, dem Essbereich oder von der Terrasse? Welche Pflanzen, Materialien oder architektonischen Elemente möchte ich auch am Abend hervorheben? Erst danach stellt sich die Frage, welches Licht ich dafür brauche.

Bei einer guten Lichtplanung arbeite ich gerne mit unterschiedlichen Höhen und Lichtrichtungen – vom Boden über die Bepflanzung bis hin zu größeren Gehölzen, Bäumen oder architektonischen Elementen. So entstehen Tiefe und Spannung.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Qualität des Lichts. Ein hoher CRI-Wert sorgt für eine natürliche Farbwiedergabe, gerade bei Pflanzen, Naturstein und Holz. Auch die richtige Farbtemperatur ist entscheidend. Warmes Licht mit geringem Blauanteil schafft Atmosphäre und kann, gezielt und sparsam eingesetzt, die Auswirkungen auf Flora und Fauna reduzieren.

Licht folgt dem Garten – seinen Blickachsen, seinen Pflanzen und den Orten, die auch am Abend eine besondere Wirkung entfalten sollen.
Zum Projekt

Wichtig ist außerdem ein flexibles System, denn ein Garten verändert sich. Pflanzen wachsen, Bereiche werden umgestaltet und neue Ideen kommen dazu. Die Beleuchtung sollte deshalb einfach erweitert, verändert oder neu positioniert werden können. Moderne Systeme wie in-lite bieten hier große Vorteile, weil Anpassungen oft ohne große Eingriffe in den fertigen Garten möglich sind.

Und natürlich muss Licht auch funktionieren: Wege und Treppen sollten sicher sein, Licht darf nicht blenden und gerade auf Sitzplätzen gilt für mich: lieber gezielt und dezent als zu viel. Am Ende sollte nicht die Technik, sondern die Wirkung des Lichts im Vordergrund stehen.

Wann sollte die Lichtplanung bei einem neuen Garten beginnen? Und was lässt sich später nur noch schwer korrigieren, wenn Licht bei der ursprünglichen Gartenplanung keine Rolle gespielt hat?

Florian Miederer: Im Idealfall geht die Lichtplanung von Anfang an mit der Gartenplanung einher – und noch besser ist es, wenn bereits die Gartenplanung gemeinsam mit der Planung des Hauses gedacht wird. So können Architektur, Innenräume, Blickachsen und Garten später als ein Gesamtkonzept funktionieren.

Dabei muss noch nicht feststehen, welche konkrete Leuchte an welcher Stelle eingesetzt wird. Aber man sollte wissen, was später beleuchtet werden soll und welche Möglichkeiten dafür geschaffen werden müssen.

Wichtig ist deshalb, die Infrastruktur frühzeitig mitzudenken: Stromversorgung, Kabelwege, Leerrohre, Anschlusspunkte und gegebenenfalls Steuerungsmöglichkeiten. Gerade an Terrassen, Mauern, Treppen oder befestigten Flächen lassen sich solche Dinge während der Bauphase sehr einfach vorbereiten.

Natürlich kann ein flexibles System wie in-lite auch sehr gut nachträglich in einen bestehenden Garten integriert werden. Der große Vorteil ist, dass dafür keine aufwendige Elektroinstallation im gesamten Garten notwendig ist. Trotzdem gibt es Bereiche, die später nur noch schwer oder mit größerem Aufwand erreichbar sind – beispielsweise unter fertigen Terrassen, Wegen oder Mauern.

Deshalb empfehle ich immer, frühzeitig zu planen und auch ein paar Reserven vorzusehen. Ein Garten verändert sich – und eine gute Lichtplanung sollte sich mit ihm verändern können.

Gute Lichtplanung beginnt früh: Werden Architektur, Blickachsen und Garten von Anfang an gemeinsam gedacht, fügt sich das Licht später selbstverständlich in das Gesamtbild ein.
Entdecken Sie hier das gesamte Projekt

Lichttechnik hat sich in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt – von LED über Steuerung bis hin zu immer flexibleren Systemen. Welche Entwicklungen haben aus deiner Sicht die Gartenbeleuchtung wirklich verändert und was wird in Zukunft wichtiger werden?

Florian Miederer: LED hat natürlich enorm viel verändert. Leuchten sind kleiner und effizienter geworden und gleichzeitig hat sich die Lichtqualität deutlich verbessert. Dadurch können wir heute viel präziser und dezenter beleuchten.

Fast noch spannender finde ich aber die Entwicklung bei Flexibilität und Steuerung. Bei in-lite können wir heute verschiedene Bereiche des Gartens separat steuern, automatisieren und unterschiedliche Lichtszenen schaffen. SMART-Leuchten lassen sich zusätzlich dimmen und teilweise auch in ihrer Lichtfarbe verändern. So kann derselbe Garten je nach Situation eine völlig andere Atmosphäre bekommen.

Auch die Verbindung von Haus und Garten wird immer wichtiger. Gartenbeleuchtung lässt sich zunehmend in die Hausautomation integrieren, sodass Innen- und Außenbereich nicht mehr getrennt voneinander gedacht werden müssen.

Richtig spannend finde ich die nächste Entwicklung mit in-lite SMART AI. Der Garten wird mit dem Smartphone gescannt, das System erkennt Leuchten und verschiedene Bereiche des Gartens und kann darauf abgestimmte Lichtszenen vorschlagen. Zukünftig soll man sogar einfach sagen können, welche Stimmung man möchte, und das System setzt diese entsprechend um.

Genau darin sehe ich die Zukunft: Die Technik wird immer intelligenter, muss für den Nutzer aber gleichzeitig immer einfacher werden. Und trotz aller Möglichkeiten geht es nicht darum, immer mehr zu beleuchten, sondern Licht gezielter und bewusster einzusetzen. Die Zukunft liegt für mich nicht in mehr Licht, sondern in intelligenterem und besser eingesetztem Licht.

Der beleuchtete Baum wird zum Mittelpunkt, Naturstein und Bepflanzung treten aus der Dunkelheit hervor und der Sitzplatz wird Teil der abendlichen Gartenlandschaft. So bekommt dieser Garten nach Sonnenuntergang einen ganz eigenen Charakter.
Zum Projekt

Gibt es diesen einen Moment am Abend, an dem du selbst immer wieder merkst, was gutes Licht mit einem Garten machen kann? Wie würdest du diesen Moment beschreiben?

Florian Miederer: Ja – und eigentlich ist das genau der Moment, weshalb ich Gartenbeleuchtung so gerne mache. Es ist dieser kurze Zeitraum in der Dämmerung, wenn noch etwas Restlicht am Himmel vorhanden ist und gleichzeitig die Beleuchtung im Garten langsam ihre Wirkung übernimmt. Für mich beginnt genau dann die Magie des Lichts.

Tagsüber sieht man den Garten als Ganzes. Am Abend verändert sich plötzlich die Wahrnehmung: Einzelne Pflanzen treten hervor, ein Baum bekommt eine unglaubliche Tiefe, Naturstein zeigt Strukturen, die man tagsüber kaum wahrnimmt, und Licht spiegelt sich auf einer Wasseroberfläche. Ein Garten, den man eigentlich kennt, bekommt auf einmal einen völlig neuen Charakter.

Besonders schön finde ich es bei gemeinsamen Projekten, wenn man nach der Fertigstellung am Abend zusammen durch den Garten geht und merkt: Jetzt braucht es nichts mehr. Kein zusätzlicher Strahler, keine hellere Leuchte. Der Garten wirkt einfach.

Das ist für mich die Magie des Lichts: Mit sehr wenig kann man unglaublich viel verändern – ohne den Garten selbst zu verändern. Und genau das ist für mich gute Lichtgestaltung: Nicht das Licht steht im Mittelpunkt, sondern der Garten. Das Licht lässt uns ihn nur noch einmal ganz neu erleben.

Vielen Dank, Florian, für das Gespräch, deine Einblicke und die gemeinsame Begeisterung für gutes Licht im Garten. Wir freuen uns auf viele weitere gemeinsame Projekte mit in-lite.

In der Dämmerung verändert sich dieser Garten: Einzelne Gehölze treten hervor, Licht spiegelt sich im Wasser und aus vertrauten Blickachsen entstehen neue Bilder.
Entdecken Sie hier das gesamte Projekt

Unser Anspruch: Atmosphäre mit Haltung

Wir verstehen Licht nicht als technische Zusatzleistung, sondern als gestalterisches Element. Es unterstreicht die Seele des Gartens, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Atmosphäre trifft Funktion – wenn Planung, Technik und Gestaltung im Einklang stehen.

Gerne entwickeln wir gemeinsam mit Ihnen ein Lichtkonzept, das Ihren Garten auch nach Sonnenuntergang erlebbar macht.

Sprechen Sie uns an!

Über den Autor
Werner Frick ist Gartenbauer, Gartenplaner und Inhaber von Frick Garten- und Landschaftsbau in Winhöring. Seit über 30 Jahren plant und realisiert er mit seinem Team hochwertige Gartenprojekte im Gartenbau in den Landkreisen Altötting, Mühldorf, Rottal-Inn und Traunstein.

Häufige Fragen zur Gartenbeleuchtung

Gute Gartenbeleuchtung beginnt lange vor der Auswahl einzelner Leuchten. Wann sollte die Lichtplanung beginnen? Wie viel Licht braucht ein Garten wirklich? Und wie lassen sich Pflanzen, Naturstein oder Wasser gezielt in Szene setzen? Die wichtigsten Fragen und Antworten aus unserem Gespräch mit Florian Miederer von in-lite haben wir hier noch einmal zusammengefasst.

Ein grünes Blatt mit sichtbaren ästlichen Blattrippen.

Haben Sie Fragen oder Sie wünschen sich ein persönliches Gespräch vor Ort in Ihrem Garten? Wir beraten Sie gerne unter Telefon 08671 71 600 oder info@frick-winhoering.de

Lassen Sie sich inspirieren,
geben Sie Ihrer Seele Nahrung

Inspiration bedeutet wörtlich übersetzt: „Seele einhauchen“. Wir hauchen Ihrem Garten Seele ein und gestalten gemeinsam mit Ihnen ihren maßgeschneiderten Rückzugsort. Tauchen Sie ein in unsere Projekte und spüren Sie den Zauber der den Plätzen innewohnt.

Der Garten des Gärtners
Mehr entdecken

Ein Garten wie Tag und Nacht
Mehr entdecken

Die Zeder im Mittelpunkt
Mehr entdecken

Felsenbecken mit Aussicht
Mehr entdecken

Logo des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) mit grünem Blatt und umkreisender Beschriftung.

Tauchen Sie ein in unsere Welt des Gartenbaus auf Instagram
@werner_frick_winhoering

Lassen Sie sich von unseren Gartenprojekten, kreativen Ideen und inspirierenden Pflanzwelten begeistern. Seien Sie live dabei, wenn neue Gärten entstehen – Schritt für Schritt, von der ersten Idee bis zur blühenden Oase. Folgen Sie uns auf Instagram und erleben Sie Einblicke, Inspiration und Tipps direkt aus unserer täglichen Arbeit im Grünen.