Ein Garten für die ganze Familie – unterschiedliche Bedürfnisse, ein gemeinsamer Ort

Ein Garten muss nicht für alle das Gleiche sein, um für alle da zu sein.

Kinder möchten spielen, entdecken und sich bewegen. Erwachsene wünschen sich vielleicht einen Ort zum Entspannen, zum Essen mit Freunden oder einfach ein wenig Ruhe nach einem langen Tag. Der eine möchte im Garten arbeiten, die andere am Wasser sitzen, jemand möchte schwimmen, am Feuer zusammenkommen oder sich mit einem Buch zurückziehen.

Ein Familiengarten muss deshalb vieles gleichzeitig können. Und genau darin liegt die Aufgabe einer guten Gartenplanung: nicht möglichst viele Funktionen auf einem Grundstück unterzubringen, sondern die unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen zu verstehen und daraus einen Garten zu entwickeln, der sich selbstverständlich anfühlt.

Ein Ort zum Zusammenkommen für die ganze Familie: Die Feuerstelle im Familiengarten mit Swimmingpool
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Am Anfang stehen die Menschen, nicht der Garten

Bevor wir darüber sprechen, wo eine Terrasse entsteht, welche Pflanzen wir verwenden oder welches Material zu Haus und Architektur passt, möchten wir wissen, wer diesen Garten später nutzen wird.

Wie lebt die Familie? Wie alt sind die Kinder? Was machen sie gerne? Wird häufig gemeinsam gegessen? Kommen Freunde zu Besuch? Gibt es den Wunsch nach einem Schwimmteich oder Pool? Braucht es Platz zum Spielen und Toben? Wer gärtnert gerne? Und wo möchte man sich einfach einmal zurückziehen?

Diese Fragen sind für uns ein wesentlicher Teil der Gartenplanung. Denn ein Garten kann gestalterisch noch so überzeugend sein – wirklich gut wird er erst dann, wenn er zum Leben seiner Bewohner passt.

Porträt von Werner Frick. Der Hintergrund ist unscharf, alles ist grün gefärbt.

»Wir gestalten nicht einfach eine Fläche rund um ein Haus. Wir möchten verstehen, wie die Menschen dort leben – und einen Garten schaffen, in dem jeder seinen Platz findet.«

Werner Frick, Gartengestalter

Gemeinsam sein und trotzdem eigene Räume haben

Familienleben bedeutet Gemeinschaft. Aber nicht immer möchten alle zur gleichen Zeit dasselbe tun.

Während die Kinder auf dem Rasen spielen, sitzen die Eltern vielleicht mit Freunden am Tisch. Jemand zieht sich mit einem Buch zurück, während an anderer Stelle im Garten gearbeitet wird. Später am Abend trifft sich die Familie vielleicht wieder an der Feuerstelle.

Ein gut geplanter Familiengarten schafft deshalb unterschiedliche Räume, ohne den Garten in einzelne Funktionsbereiche zu zerlegen.

Eine Terrasse kann zum Mittelpunkt werden. Ein Baum schafft einen geschützten Lieblingsplatz. Pflanzungen können Bereiche voneinander trennen, ohne sie vollständig abzuschotten. Eine Rasenfläche gibt Kindern Raum und lässt gleichzeitig Großzügigkeit entstehen.

So entstehen Orte für Gemeinsamkeit und Orte für sich selbst – verbunden durch eine Gestaltung, die den Garten als Ganzes zusammenhält.

Der offene Familiengarten im Raum Mühldorf bietet Raum für alle Bedürfnisse: Rasen zum Spielen für die Kinder, der Gemeinschaftsort Feuerstelle, ein großzügigen Sandspielbereich und viel Ruheraum für die Eltern.
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Kinder brauchen Freiraum – keinen Garten voller Spielgeräte

Ein Garten für Kinder muss nicht zwangsläufig wie ein Spielplatz aussehen.

Natürlich können Sandkasten, Schaukel, Trampolin oder Spielhaus dazugehören. Viel spannender sind für Kinder häufig aber die Möglichkeiten, die ein Garten ganz selbstverständlich bietet: eine große Rasenfläche zum Toben, Steine zum Klettern und Balancieren, Sand, Wasser, kleine Höhenunterschiede oder geschützte Bereiche zwischen Pflanzen und Gehölzen.

Kinder eignen sich einen Garten anders an als Erwachsene. Ein Weg wird zur Rennstrecke, eine Mauer zum Sitzplatz und ein Baum zum Mittelpunkt einer eigenen kleinen Welt.

Gute Gestaltung lässt dafür Raum.

Spielbereiche können dabei so in den Garten integriert werden, dass sie nicht wie nachträglich hinzugefügte Elemente wirken. Materialien, Bepflanzung und die räumliche Struktur verbinden sie mit dem restlichen Garten.

So entsteht ein Garten, der Kindern Freiheit gibt – und trotzdem als Ganzes gestaltet bleibt.

Der harmonisch in die Gartengestaltung eingebettete Sandspielbereich für die Kinder
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Auch Erwachsene sollen ihren Garten genießen

Familienfreundlichkeit und Ästhetik sind kein Widerspruch.

Ein Garten darf praktisch sein und trotzdem hochwertig wirken. Er darf robust sein und gleichzeitig Atmosphäre besitzen. Entscheidend ist, Materialien, Pflanzen und Funktionen so auszuwählen, dass sie sowohl zum Alltag einer Familie als auch zum gestalterischen Anspruch passen.

Naturstein, Holz, Kiesflächen oder sorgfältig ausgewählte Pflanzen können unterschiedliche Bereiche miteinander verbinden. Klare Strukturen bringen Ruhe in den Garten. Wiederkehrende Materialien schaffen Zusammengehörigkeit.

Und gerade dort, wo viel passiert, ist diese gestalterische Ruhe besonders wertvoll.

Denn ein Familiengarten muss nicht zeigen, wie viele Anforderungen er erfüllt. Im besten Fall spürt man einfach, dass er funktioniert.

Sicherheit von Anfang an mitdenken

Wo Kinder im Garten spielen, gehört Sicherheit selbstverständlich zur Planung.

Dabei geht es nicht darum, einen Garten ausschließlich unter Sicherheitsaspekten zu betrachten. Vielmehr sollten bestimmte Fragen bereits bei der Gestaltung berücksichtigt werden.

Können Eltern vom Haus oder von der Terrasse aus wichtige Spielbereiche überblicken? Wie werden Höhenunterschiede gelöst? Welche Materialien eignen sich für Wege und Spielflächen? Wo entsteht Schatten? Welche Pflanzen werden verwendet? Und wie gehen wir mit einem Pool, Schwimmteich oder anderen Wasserflächen um?

Viele dieser Überlegungen verbessern gleichzeitig die Qualität des Gartens.

Ein Baum spendet nicht nur Schatten, sondern prägt einen Ort. Pflanzungen können Schutz geben und Räume schaffen. Klare Wege sorgen für Orientierung. Gute Sichtbeziehungen verbinden unterschiedliche Bereiche miteinander.

Sicherheit muss deshalb nicht sichtbar im Vordergrund stehen. Sie kann ganz selbstverständlich Teil guter Gestaltung sein.

Ein Swimmingpool bietet Spaß und Entspannung für alle Familienmitglieder
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Ein Familiengarten verändert sich

Familien verändern sich – und ein guter Garten sollte das ebenfalls können.

Was heute der wichtigste Spielbereich für kleine Kinder ist, wird vielleicht schon einige Jahre später kaum noch genutzt. Der Sandkasten verschwindet. Das Spielhaus verliert seine Bedeutung. Dafür werden andere Orte wichtiger.

Genau deshalb versuchen wir, Familiengärten nicht ausschließlich für einen bestimmten Moment zu planen.

Die grundlegende Struktur des Gartens sollte langfristig funktionieren. Einzelne Bereiche dürfen dagegen ihre Aufgabe verändern.

Aus einer Sandfläche kann später ein Sitzplatz entstehen. Aus einem Spielbereich vielleicht ein Staudenbeet. Eine offene Rasenfläche, die zunächst zum Toben genutzt wird, kann später Großzügigkeit und Ruhe in den Garten bringen.

Bäume und Gehölze wachsen währenddessen weiter und geben dem Garten mit jedem Jahr mehr Charakter.

Ein guter Familiengarten wächst deshalb nicht nur mit seinen Pflanzen. Er wächst mit den Menschen, die in ihm leben.

Der Schwimmteich im Landkreis Altötting lädt zum genießen ein. Hier erfahren Sie alles zum Projekt »

Unser Fazit: Ein Garten, in dem jeder seinen Platz findet

Vielleicht liegt genau darin die besondere Qualität eines Familiengartens. Er muss nicht jede Minute von allen gemeinsam genutzt werden. Er darf unterschiedliche Bedürfnisse zulassen. Die Kinder können spielen. Jemand arbeitet im Garten. Ein anderer zieht sich zurück. Freunde sitzen am Tisch. Am Abend kommen vielleicht alle wieder zusammen.

Ein Garten wird so zu mehr als einer schön gestalteten Fläche rund um das Haus. Er wird zu einem zusätzlichen Lebensraum. Zu einem Ort für Bewegung und Ruhe. Für Rückzug und Begegnung. Für Alltag und besondere Momente.

Und zu einem Ort, der sich immer wieder verändern darf. Denn am Ende geht es bei der Planung eines Familiengartens nicht darum, möglichst viele Wünsche auf möglichst wenig Fläche unterzubringen.

Es geht darum, aus unterschiedlichen Bedürfnissen einen gemeinsamen Ort entstehen zu lassen.

Einen Garten, in dem jeder seinen Platz findet – und alle gerne zusammenkommen.

Über den Autor
Werner Frick ist Gartenbauer, Gartenplaner und Inhaber von Frick Garten- und Landschaftsbau in Winhöring. Seit über 30 Jahren plant und realisiert er mit seinem Team hochwertige Gartenprojekte im Gartenbau in den Landkreisen Altötting, Mühldorf, Rottal-Inn und Traunstein.

Lesen Sie hier das Interview mit Werner Frick »

Ein Familiengarten soll unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden und sich im besten Fall über viele Jahre mit seinen Bewohnern entwickeln. Dabei entstehen bei der Planung immer wieder ähnliche Fragen.

Häufige Fragen zur Planung eines Familiengartens

Ein grünes Blatt mit sichtbaren ästlichen Blattrippen.

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